Rigpe Dorje Verein e.V.

Verein zur Unterstützung der kulturellen und sozialen Projekte von
Jamgon Kongtrul Rinpoche

Jamgon Kongtrul Rinpoche

Der Dritte Jamgon Kongtrul (1954-1992) war einer der großen zeitgenössischen Meister des tibetischen Buddhismus. Im Laufe seines viel zu kurzen Lebens setzte er sich mit großem Engagement für die Verbesserung der sozialen Situation unterprivilegierter Menschen in Indien und Nepal ein. Es gelang ihm, ein ausgewogenes Verhältnis zwischen traditionell-religiösen Aktivitäten - wie der Erhaltung von buddhistischen Klöstern und der Bewahrung der buddhistischen Lehre im Exil - und sozialen Aktivitäten zu realisieren.

Zur Unterstützung der sozialen Hilfsprojekte in Indien und Nepal gründete Jamgon Kongtrul 1991 ein internationales Netzwerk von Rigpe Dorje Organisationen, welche er nach seinem Wurzellehrer, S.H. dem 16. Karmapa Rangjung Rigpe Dorje benannte. Die Aufgabe dieser internationalen Organisationen, die es neben Deutschland auch in Canada, USA, der Schweiz und Frankreich gibt, besteht darin, in diesen Ländern als Koordinationsstellen für die Unterstützung der Hilfsprojekte in Indien und Nepal tätig zu sein. Alle Projekte stehen unter der Leitung des Jamgon Kongtrul Labrang, Kathmandu, Nepal, und werden von dort aus verwaltet und koordiniert.

 

S.H. der 16. Karmapa mit S.E. Jamgon Kongtrul dem Dritten
Seine Heiligkeit der Sechzehnte Gyalwa Karmapa, Ranjung Rigpe Dorje
mit Seiner Eminenz Jamgon Kongtrul dem Dritten,
aufgenommen im Kloster Rumtek

 

Rigpe Dorje Verein Deutschland

Der Rigpe Dorje Verein Deutschland besteht seit April 1993. Vereinszweck ist die Unterstützung und Weiterentwicklung der von Jamgon Kongtrul initiierten Projekte in Indien und Nepal durch Spenden aus Deutschland. Die Projekte lassen sich in drei Hauptkategorien unterteilen, wobei die Grenzen im einzelnen fließend sind.  

Kultur und Spiritualität

Mehr als 50 Jahre nach der Besetzung Tibets finden die Erhaltung und Bewahrung der tibetischen Tradition des Buddhismus immer noch hauptsächlich im indischen und nepalesischen Exil statt. Hier absolvieren junge Mönche und Nonnen das 12-jährige Studium der buddhistischen Philosophie und erhalten eine traditionelle Ausbildung in den buddhistischen Ritualen und Künsten. Auf diese Weise lebt die einzigartige tibetische Kultur außerhalb ihres Heimatlandes Tibets unverändert weiter.

In Indien und Nepal errichtete Jamgon Kongtrul Rinpoche Klöster mit angeschlossenen Schulen, um Kindern aus benachteiligten Familien eine traditionelle buddhistische Ausbildung zu ermöglichen. Das Kloster Pullahari in der Nähe von Kathmandu machte er zu seinem Hauptsitz. Seinem Wunsch entsprechend entstand hier auch das Rigpe Dorje Institut. Hier können Interessierte aus aller Welt dem systematischen Studium der buddhistischen Philosophie nachgehen. Es werden jährlich, im Winter und Frühjahr, Studienprogramme angeboten. Darüber hinaus gibt es  Meditationskurse und die Möglichkeit, die tibetische Sprache zu erlernen. Eine umfangreiche buddhistische Bibliothek befindet sich im Aufbau. 

Medizin und Hygiene

In Indien und Nepal sind angemessene medizinische Versorgung und Hygiene keine Selbstverständlichkeit. Deshalb plante Jamgon Kongtrul Rinpoche die Errichtung von Krankenstationen in einigen Dörfern. Auch die Unterstützung von Hygiene-Bildungsprogrammen, zum Beispiel in den Slums von Delhi, zählte zu seinen Aktivitäten. Daneben förderte er „Eye-Camps“, um blinden Menschen, die am grauen Star erkrankt sind, in entlegenen Gebieten kostenlose ambulante Augenoperationen zu ermöglichen.

Bildung und Soziales

Auch eine Grundschulausbildung ist in Indien und Nepal nicht für alle Kinder selbstverständlich. Deshalb war es ein großer Wunsch des Dritten Jamgon Kongtrul Rinpoche, Kindern aus benachteiligten Familien eine kostenlose Ausbildung anzubieten. 1997  wurde die Jamgon Kongtrul Memorial School in Kalimpong, West Bengal, eröffnet.

Auch in Jagdol, einem Dorf unterhalb des Klosters Pullahari, unterstützte Jamgon Kongtrul Rinpoche die Erweiterung der Grundschule- und Realschule, Shree Jana Jagriti Lower Secondary School, in der Kinder aus den umliegenden Dörfern unterrichtet werden.  Mittlerweile werden mehr als 300 Kinder bis zur 8. Klasse unterrichtet.

Daneben war es sein großer Wunsch, ebenfalls in Kalimpong, ein Alten- und Pflegeheim für mittellose alte Menschen zu errichten, die sich, weil sie keine Kinder oder Familie haben, unter unbeschreiblichen Umständen oft auf der Straße durchschlagen müssen. 1995 wurde das Jamgon Kongtrul Memorial Home eröffnet. 

Dank der Großzügigkeit unzähliger Spender und Paten konnten alle Projekte in der Zwischenzeit durch den Jamgon Kongtrul Labrang nicht nur realisiert, sondern auch den ständig steigenden Bedürfnissen angepasst werden.